Ratgeber Bulimie

Informationen für Betroffene und Interessierte

Bulimie: Diagnose

Die krankhafte Furcht davor, dick zu werden oder die andauernde, übertriebene Beschäftigung mit Figur und Gewicht sind kennzeichnende Anhaltspunkte einer Bulimie. Außerdem haben die Betroffenen im Durchschnitt mindestens zwei Essattacken pro Woche in einem Zeitraum von über drei Monaten. Während dieser Attacken nehmen sie in kurzer Zeit große Mengen an Nahrung zu sich, ohne dies noch kontrollieren zu können. Oft sind es mehr als 10.000 Kalorien, die dann mit meist leicht verzehrbaren und kalorienreichen Nahrungsmitteln aufgenommen werden. Zur schnellen Kalorienabfuhr erbrechen sie sich, benutzen Entwässerungs- oder Abführmittel, fasten oder betreiben übermäßige körperliche Betätigung.

Bulimie kann oft über Jahre hinweg geheim gehalten werden. Äußerlich sind bulimisch Erkrankte nicht auffällig und meist normalgewichtig. Die Diagnose erfolgt durch ein ausführliches Gespräch mit den Betroffenen und auch mit Angehörigen. Zur Beurteilung der körperlichen Folgeschäden werden unterschiedliche Untersuchungen durchgeführt. Durch eine Blutuntersuchung wird festgestellt, ob ein Elektrolytmangel entstanden ist. Zudem werden Herz, Nieren, Magen-Darm-Bereich und Zähne untersucht. Durch das häufige Erbrechen kann der Zahnschmelz angegriffen sein. Oft ist die Speicheldrüse angeschwollen, da die Magensäure zu Verätzungen und Entzündungen führen kann. Der Magen-Darm-Bereich kann durch die großen Mengen an Nahrungsmitteln Magenrisse und Magenerweiterungen aufweisen. Die übermäßige Einnahme von Abführ- oder harntreibenden Mitteln kann Nierenschäden auslösen. Auch Herzrhythmus- und Hormonstörungen können durch das häufige Erbrechen und die Hungerphasen zwischen den Essanfällen entstehen. Die Untersuchungen werden vom Arzt mittels EKG, Herzecho und einem Ultraschall der Nieren vorgenommen.

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